Wenn auch bei Senioren die Folgen einer Mangelernährung besonders drastisch auftreten und trotzdem in vielen Fällen nicht erkannt und nicht therapiert werden, kommt es in allen Altersgruppen zu einer immer weiter um sich greifenden Mangelernährung.
Es sind heute mehr Kinder mangel- als überernährt. Und bei vielen ''dicken Kindern'' ist nicht ein Zuviel an Essen, sondern ein Mangel an lebenswichtigen Nährstoffen die Ursache.
Und da geht es nicht darum, ''gesünder'' zu essen und Fast-Food durch rohes Gemüse zu ersetzen, sondern zu erkennen, daß die Ernährung ein logistisches Problem ist und es darauf ankommt, daß der jeweils benötigte Nährstoff zur richtigen Zeit in der richtigen Menge am richtigen Ort ist.
Bedauerlicherweise ist unser Körper viel zu flexibel, um Ernährungsfehler sofort zu melden. Wer in seinen Daimler Diesel statt Benzin tankt, wird an der nächsten Ecke merken, daß er hier seinem Auto etwas Falsches gegeben hat. Gibt man seinem Kind statt der benötigten Möhre ein Stück Schokolade, fällt es deswegen im Schulhof nicht gleich um. Aber irgendwann und irgendwo entgleist eben dann der Stoffwechsel und es kommen so die kleinen Wehwehchen von der Konzentrationsschwäche bis zu den sonderbarsten Allergien. Und dann kommt noch mehr Weglassen und noch ein paar Ausschlußdiäten und so baut sich ein Teufelskreis auf, aus dem es dann kaum noch ein Entrinnen gibt.
Teuflisch bei Ernährungsstörungen ist vor allem, daß die Betroffenen selbst kaum ein Störungsgefühl haben. 90% der dramatisch unterernährten Personen geben an, kein Hungergefühl und eben ''nicht soviel Appetit zu haben''. Dramatische Gewichtsverluste werden mit ''ein paar Pfunde weniger sind ja ganz positiv'' verharmlost und lebensbedrohende Stoffwechselzusammenbrüche führen in den seltensten Fällen zu einem Arzt- oder Heilpraktikerbesuch, sondern vielfach wird noch der vermeintlich Auslöser ''als Geheimtipp zum Abnahmen'' in Familienkreis glorifiziert. Nun ist ja bekannt, daß der Körper in lebensbedrohenden Situation Glückshormone ausschüttet. Ist natürlich von der Natur nicht so gedacht, daß damit jeder Ernährungsnotstand als Euphorie empfunden werden sollte und zu dem Kommentar: ''Aber ich fühle mich so viel besser...'' mißbraucht werden soll.
Insofern sollte die Erkenntnis aus verschiedenen Studien, daß eine posititive Ernährungsberatung nichts, eine behandlungsorientierte Therapie aber alles bringen kann, durchaus ernst genommen werden.
Auszug von NEWSLETTER HEILPRAKTIKER vom 27. Februar 2005
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