Als Fazit stellt Dr. Tulzer von der Kinderklinik Linz fest: "Eine Unterversorgung an wichtigen Mikronährstoffen ist bei Kindern und Jugendlichen trotz fehlender erkennbarer Symptome häufig. Hier ist die Nahrungsergänzung absolute Notwendigkeit, um Auswirkungen auf physische und mentale Entwicklung, Immunsystem, DNA und die Entstehung von chronischen Erkrankungen zu verhindern. Eine natürliche Nahrungsergänzung auf Obst- und Gemüsebasis kann einen wertvollen Beitrag leisten."
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Vor allem Wachstum und Reifung von Organen sind verantwortlich für einen gegenüber Erwachsenen erheblich höheren Bedarf hinsichtlich Energie und Mikronährstoffen. Es wäre also grundlegend falsch, die Empfehlungen für Erwachsene einfach entsprechend des geringeren Körpergewichtes auf Kinder zu übertragen.
Kleinkinder und Kinder haben trotz ihres wesentlich geringeren Körpergewichtes fast den gleichen Tagesbedarf an Vitaminen und Mikronährstoffen wie Erwachsene.
Eine zu geringe Zufuhr von Mikronährstoffen führt allerdings nicht sofort zu klinisch erkennbaren Mangelzuständen, daher wird dieses Problem meist unterschätzt.
Generell kann aus den Studien abgeleitet werden, dass Kinder und Jugendliche ein höheres Risiko als Erwachsene tragen, Vitaminmangelzustände zu erleiden, vor allem bezüglich der Vitamine C, E, D, Folsäure, Vitamin B6 und Eisen.
Die Ernährung hat die wichtige Aufgabe, das physische Wachstum zu fördern, die neuromotorische Entwicklung voranzutreiben, das Immunsystem zu stärken, den Alterungsprozeß zu verlangsamen und das Auftreten von degenerativen Erkrankungen zu verhindern.
Das beginnt bereits vor der Geburt: Mangelernährung und niedriges Geburtsgewicht führt hier zu einem "fetal programming" für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Heute wird zunehmend klar, dass die Ernährung im Kindes- und Jugendalter diese Programmierung sehr wohl noch modifizieren kann.
Kinder mit subklinischen Mangelzuständen sind anfälliger für Infektionen aller Art - Infektionen führen zu einem erhöhten Bedarf an Mikronährstoffen - ein Teufelskreis.
Ebenfalls wird inzwischen vermutet, dass eine diätetische Intervention bei Störungen wie z.B. dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADHS) von Nutzen sein können.
Ein weiteres Gebiet ist die DNA-Stabilität. Obwohl hier noch wenige Daten vorliegen, kann man feststellen, dass selbst geringe Defizite von Folsäure, B12, Niacin und Zink die DNA-Schäden signifikant erhöhen.
Quelle: Ernährung und Medizin, 4/2005 |