Steigende Lebenserwartung und gute Gesundheit, aber: immer noch zu viele Menschen rauchen, sind zu dick, bewegen sich zu wenig und trinken zu viel Alkohol.
Das sind die Kernaussagen des Gesundheitsberichts "Gesundheit in
Deutschland", den das Robert Koch-Institut im Auftrag des Bundesministeriums
für Gesundheit jetzt im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes
(GBE) veröffentlicht hat. Sechs Kapitel bieten einen allgemeinverständlichen
Überblick über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung und das
Gesundheitswesen in Deutschland und zeichnen Entwicklungen der letzten zehn
Jahre auf: Wie steht es um unsere Gesundheit, welche Faktoren beeinflussen
die Gesundheit, was leistet das Gesundheitswesen für Prävention und
Gesundheitsförderung, wie haben sich Angebot und Inanspruchnahme in der
Gesundheitsversorgung verändert, wie viel geben wir für unsere Gesundheit
aus und wie können sich Patienten informieren?
Gerade im Bereich der Nährstoffversorgung zeigen sich die alten Problemfelder. Der Bericht sagt dazu:
"Insgesamt zeigt sich, dass die Deutschen gut mit den meisten
Vitaminen und Mineralstoffen versorgt sind. Unterhalb der
Empfehlungen liegt bei Frauen und Männern die Zufuhr von
Vitamin D und Folat. Folsäure ist für zahlreiche Stoffwechselvorgänge
im Organismus wichtig, unter anderem für die Zellteilung
und das Zellwachstum. Beim Embryo kann ein Folsäuremangel
zu einem mangelhaften Verschluss des so genannten
Neuralrohres führen (Spina bifida, „offener Rücken“). Nach
Ergebnissen der Folsäurestudie, die im Rahmen des Bundes-
Gesundheitssurveys 1998 durchgeführt wurde, findet sich bei
87 Prozent der Frauen zwischen 18 und 40 Jahren ein Folsäurespiegel
unterhalb des Optimums [60].
Auch die Aufnahme von Vitamin D fällt bei vielen Personen
zu gering aus. Dies gilt vor allem für die 18- bis 24-Jährigen.
Zwar kann Vitamin D im Körper gebildet werden. Dies ist
aber nur bei ausreichender Sonneneinstrahlung auf die Haut
gewährleistet. Die Zufuhr von Vitamin E liegt ebenfalls bei
einem Großteil der Bevölkerung, insbesondere Frauen, unterhalb
des Schätzwertes für eine angemessene Versorgung.
Die meisten Erwachsenen nehmen genügend Calcium zu
sich. Eine Differenzierung nach Altersklassen zeigt aber, dass
die Aufnahme von Calcium und Vitamin D, welche der Knochenbrüchigkeit
vorbeugen können, bei den 65- bis 79-jährigen
Frauen nicht ausreichend ist. Für fast die Hälfte der Frauen liegt
auch die Zufuhr von Eisen unterhalb der Referenzwerte. Bei
Schwangerschaft, während der Stillperiode und bei sehr starken
Menstruationsblutungen ist der Eisenbedarf erhöht."
Der Bericht kann kostenlos unter der E-Mail gbe@rki.de angefordert oder
unter www.gbe-bund.de heruntergeladen werden.
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