Mailand - Nachdem zwei frühere Fall-Kontroll-Studien auf eine protektive Wirkung von Statinen gegen das Prostatakarzinom hingewiesen haben, kommt eine neue Studie in den Annals of Oncology (2006; doi: 10.1093/annonc/mdl080) zu dem Ergebnis, dass Männer mit erhöhtem Cholesterin-Spiegel ein höheres Risiko auf diesen Tumor haben.
Zwischen 1991 und 2002 wurden in Italien 1.294 Patienten mit Prostatakarzinom und 1.451 Kontrollen nach ihren Lebensgewohnheiten und Krankheiten befragt. Dabei stellte sich heraus, dass die Prostatakarzinompatienten überdurchschnittlich häufig über erhöhte Cholesterinwerte berichteten. Die Epidemiologin Francesca Bravi vom Istituto di Ricerche Farmacologiche Mario Negri hat daraus einen Faktor errechnet, der darauf hindeutet, dass erhöhte Cholesterinspiegel mit einem erhöhten Tumorrisiko assoziiert sind.
Ein mögliches Bindeglied zwischen hohen Cholesterinwerten und dem Prostatakarzinom sieht die Co-Autorin Cristina Bosetti vom Negri-Institut in der Androgensynthese. Wie bei allen Steroiden bildet Cholesterin das Grundgerüst dieses Hormons, das zu den Steuerungs- und Wachstumsfaktoren für die Prostata gehört.
Quelle: gekürzt aus www.aerzteblatt.de
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