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Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedrohen vor allem in den westlichen Ländern
zunehmend unsere Gesundheit und sind inzwischen tödlicher als die Pest früherer Epochen.
Traurige Bilanz des europäischen
Kardiologenkongresses in München 2004:


Während Infektionskrankheiten
zurückgingen, seien Herzinfarkte und Schlaganfälle immer öfter Ursache für Todesfälle bzw. Krankheiten, sagte der Präsident der Europäischen Cardiologenvereinigung, Jean-
Pierre Bassand. "Unser gesamter Planet wird von einer Pandemie (Epidemie großen Ausmaßes) kardiovasculärer Erkrankungen erschüttert, die weit tödlicher ist als die Pest im Mittelalter".

Eine Änderung des Lebensstils dagegen kann das Herzinfarkt-Risiko um 80 % verringern. Vor allem sollte man das Rauchen einstellen und die Blutfette normalisieren.

Lassen Sie möglichst bald Ihre wichtigsten Blutwerte kontrollieren!
Das kann jeder Hausarzt messen.
Die Messung des Cholesterinspiegels ist zwar wichtig, allein aber nicht aussagefähig. Sie können nämlich einen Cholesterinwert von 200 mg/dl haben, und das kann gut, aber auch schlecht sein. Viel wichtiger ist es, die
Unterfraktionen des Cholesterins zu kennen. Habe ich einen Cholesterinspiegel von 200 mg/dl, weil ich viel vom guten HDL-Cholesterin habe, oder weil ich viel vom schlechten LDL- Cholesterin habe? Im ersten Falle ist ein Spiegel von
200 mg/dl nicht schädlich, im umgekehrten Fall aber schon!


Errechnen Sie Ihren Cholesterinquotienten!

Teilen Sie Ihr Gesamtcholesterin durch den Anteil vom guten HDL - Cholesterin. (Cholesterin : HDL-Cholesterin = Cholesterinquotient) Dieser Quotient ist aussagefähiger als Ihr Gesamtcholesterinwert.
Werte über 5 sind bedenklich! Das bedeutet nicht, dass Sie gleich tot umfallen, aber das Risiko für
Herzkreislauferkrankungen ist deutlich erhöht.
Bei einem Quotienten von 4,4 wäre Ihr Verkalkungsrisiko genau so hoch, wie bei der Durchschnittsbevölkerung - und der Durchschnitt verkalkt! Darum ist dieser Wert auch noch
nicht so toll.
Bei einem Quotienten von 3.3 ist Ihr Risiko nur noch halb so hoch wie bei der Durchschnittsbevölkerung.
Erst wenn Sie eine 2 vor dem Komma haben, haben Sie gute Chancen, auch mit 80 noch fit zu sein. Wenn keine zusätzlichen Risiken bestehen wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und
Übergewicht, dann ist eine Verkalkung der Blutgefäße und damit Herzinfarkt und Schlaganfall so gut wie ausgeschlossen. Der "Schwarze Tod" kann uns nichts anhaben.


Woher kommt das Cholesterin? Diätfehler oder erhöhte Eigenproduktion.

Sie können Cholesterin mit dem Essen aufnehmen wie Schweinebraten, Gänseschmalz oder mit den "versteckten" Fetten der Schokolade und der Sahnetorte. Es gibt aber auch Menschen, die sich vorbildlich ernähren, und trotzdem
durch eine erhöhte Eigenproduktion ein hohes Cholesterin haben. Darum sollten Sie mit dem Cholesterin auch immer die Triglyceride messen! Denn diese nahrungsabhängigen Fette verraten, ob Sie sich Ihr Cholesterin anfuttern oder selbst produzieren.
Bei Triglyceriden von unter 50 mg/dl spricht man von vorbildlicher Ernährung - oder perfekter Fettverbrennung.
Wenn Sie trotzdem ein hohes Cholesterin haben, werden alle Ermahnungen des Hausarztes: "Lass das Fett beim Essen weg, um dein Cholesterin zu senken", fruchtlos bleiben.
Liegen Ihre Triglyceride unter 100 mg/dl, sprechen wir immer noch von einer fettreduzierten Ernährung. Erst wenn die Werte jenseits von 100 mg/dl liegen, weiß man, dass mit der Nahrung unnötig viel Cholesterin aufgenommen wird.
Nur dann hilft FDH. Bei der Butter sparen, den
Fleischkonsum reduzieren und Süßigkeiten streichen.


So verbessern Sie Ihren Cholesterinquotienten

Wenn die Triglyceride hoch sind, müssen wir also die Fette beim Essen reduzieren. Dann sinkt auch das Cholesterin.
Was aber tun, wenn eine erhöhte Eigenproduktion Schuld ist am hohen Cholesterin? Hier hilft nur noch Bewegung.
Eigentlich kein Wunder: Denn vor hundert Jahren, als wir uns alle mehr bewegten, gab es praktisch kein erhöhtes Cholesterin und folglich kaum Herz-Kreislauferkrankungen.


Langsam und lange

Ein langsames, aber dafür etwas längeres Ausdauertraining führt dazu, dass Ihre Muskeln wieder Fett verbrennen. Die untrainierten Kopfarbeitermuskeln verbrennen nämlich sonst
nur Zucker, und das Fett lagert sich dann in den
Blutgefäßen ab. Der Vorteil: Wenn die Muskeln wieder Fett verbrennen, dann tun sie das nicht nur während des Trainings, sondern sogar wenn Sie im Bett liegen und schlafen. Dieses Training ist also für alle Menschen wichtig, egal ob sie das Cholesterin angefuttert haben oder ob eine erhöhte Eigenproduktion Schuld ist am hohen
Cholesterinwert.
Und selbst wenn Sie dann irgendwann mal wieder einmal ein Krustenbraten oder ein Stück Kuchen anlacht, dann dürfen Sie ruhig zuschlagen. Ihre Muskeln verbrennen das Fett, bevor es sich an die Gefäßwand anlagern kann!!!

P.S.: Wenn Sie zum Arzt gehen, um Ihre aktuellen Blutfette zu messen, lassen Sie gleich noch das Homocystein und Lipoprotein (a) mit bestimmen.


gekürzt nach einem Newsletter von
Dr. med. Michael Spitzbart




geschrieben am 20.04.2006 um 12:50 Uhr.
 
 
 
 
 
 
© Walter Mühle, Böhl-Iggelheim